Philippe Mooser – Matterhorn Photography

October 11, 2013

Matterhorn snow white

Das Matterhorn ist der bekannteste Berg der Alpen. Es steht geradezu symbolisch für den Begriff des Berges. Kein Wunder, dass es auch so oft fotografiert wird wie kaum ein anderer Berg. Bildkunden können bereits aus Millionen von Matterhornfotos auswählen. Aber sollten Fotografen deshalb darauf verzichten, das Matterhorn weiterhin zu fotografieren? Sicher nicht, wie Fotograf und Kletterer Philippe Mooser meint. Und er hat gute Gründe.

“Das Matterhorn verändert das Jahr durch stetig sein Gesicht. Während es im Winter tiefverschneit weiss leuchtet, thront es ab Mitte Juli in einem warmen Sommer für kurze Zeit in einem dunklen Grau über dem Dorf Zermatt. Aber bereits Mitte September hüllt es sich wieder ins Hochzeitskleid”, so Mooser. Und er lässt keine Jahreszeit aus.

Matterhorn im Abendrot

Während die meisten Fotografen nur zeitweise an der jewiligen Location sein können, verbringt Mooser fast das ganze Jahr dort. Er geniesst einen Logenplatz: „Die freie Sicht auf das Matterhorn von Zuhause aus bietet sich gerade zu an, dieses Naturwunder zu jeder Tages- und Nachtzeit zu fotografieren. Auch nach 34 Jahren kann ich mich am wohl meist fotografierten Berg nicht satt sehen und man fragt sich immer wieder, wie sich diese Felsformation wirklich auf natürliche Art so bilden konnte. Leider selten lassen sich so farbenfrohe Bilder erhaschen, umso wertvoller macht es sie. Die Lichtstimmung, die nie zweimal genau gleich ist, dauert nur wenige Augenblicke. Durch die Fotografie lassen sich diese Stimmungen festhalten und mit anderen teilen.”

Matterhorn in roten Wolken

Vor Ort zu sein bedeutet dabei aber nicht, dass gute Fotografien von alleine entstehen: „Ein gutes Foto kann auch mal 2-3 Anläufe brauchen. So schaue ich mir die Location z.B. bei einer Wanderung zuerst mal an, bevor ich die Ausrüstung mit Stativ irgendwo hochtrage. Ein ungemütlicher Feind ist das Wetter. Die Klimaveränderung macht auch hier nicht halt. Das Matterhorn hüllt sich tagsüber immer öfters mehr oder weniger in Wolken. Auch die unglaublichen farbenvollen Abendrote wurden eher selten.“

Neben den optischen Veränderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, sind es auch andere Gefahren, die sich bemerkbar machen. Der erwärmungsbedingte Rückgang des Permafrostes im Fels führt zu einem Ausbbrechen teils grosser Felsmassen. So wurde z.B. die bekannte Route auf’s Matterhorn über den Hörnligrat im Juli 2003 von einem Felssturz teilweise verändert. Glücklicherweise kamen damals keine Alpinisten zu Schaden.

Matterhorn by Night

„Am schönsten sind für mich jedoch die spontanen Schnappschüsse, wenn man zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort ist. Die hier gezeigte Lichtstimmung im tiefverschneiten Zermatt hält nur wenige Minuten an, und dann müssen die Einstellungen der Kamera stimmen. Die Belichtungszeit muss lange genug sein, um die verschiedenen Lichtstimmungen einzufangen, aber nicht zu lange, um die Sterne und den Mond durch die Erdrotation nicht unscharf wirken zu lassen”, verrät Mooser.

Matterhorn mit Spitzi Flue Pfulwe

Philippe Mooser fotografiert aber nicht nur vom heimischen Balkon aus. Seine Bilder entstehen auch fernab vom Dorf Zermatt oder von Pisten aus, z.B. auf einer Skitour. Das Mittragen der schweren DSLR mit zwei Objektiven auf einer Wanderung oder Skitour wirkt für den Bergfotografen wie ein zusätzliches Training. Bei gutem Wetter und Lichtverhältnissen überlässt er auch einmal der Kamera, die richtigen Einstellungen vorzunehmen – und behält dennoch alles unter Kontrolle. “Insbesondere die ISO-Empfindlichkeit und die Blendenöffnung müssen im Auge behalten werden, um Bildrauschen und Tiefenschärfe zu konrollieren”, sagt Mooser.

Fotograf Philippe Mooser ist in Zermatt geboren und aufgewachsen. Er lebt inmitten der zahlreichen 4000er des Wallis, einem Paradies für Bergfotografen. Ursprünglich aus der Event- und Konzertfotografie stammend, widmet sich der begeisterte Kletterer nebenberuflich mehr der Sport-, Presse- und Naturfotografie. Seine Arbeiten sind u.a. auf seiner Fotografen-Website thefirst.ch veröffentlicht.




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